Auflieferung bei der Besichtigung des Luftschiffes

Re: Auflieferung bei der Besichtigung des Luftschiffes

Beitragvon lebenslauf » 18. Jul 2009, 12:50

Die Karte wurde am Samstag, den 2. Juni 1934 bei der Besichtigung der Zeppelinwerft in Friedrichshafen geschrieben, mit RM 1,20 frankiert und in den dort angebrachte Briefkasten deponiert.
Das Luftschiff "Graf Zeppelin LZ 127" befand sich am 2. Juni 1934 auf der Rückfahrt von Pernambuco nach Friedrichshafen.

Für die nächste Fahrt nach Brasilien war die Karte zu niedrig freigemacht.
Porto für eine Karte nach Brasilien war RM 1,40 (Postkarte 0,15 + 1,25 RM Zeppelinzuschlag),
auch bei den nächsten beiden Südamerikafahrten wurde sie aus diesem Grunde nicht befördert.

Am Dienstag, den 10. Juli 1934 war es dann soweit, die Karte wurde nach einer "Liegezeit" von 38 Tagen zur 2. Schweizfahrt mitgenommen und mit dem Bordpost- und dem grünen Bestätigungsstempel versehen.

Durchgangsstempel: Zürich Flugplatz 10.VII.34*16

Von Zürich wurde die Karte mit normaler Post an den Empfänger nach England gesandt.
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Re: Auflieferung bei der Besichtigung des Luftschiffes

Beitragvon Zeppelin » 18. Jul 2009, 21:26

38 Tage ist wirklich eine sehr lange Liegezeit!
Was mich irritiert ist die Tatsache, dass man die Karte ja auf den Südamerikafahrten hätte mitnehmen und dann zum Europa-Porto aufliefern können - so ähnlich wie bei dieser Besichtigungs-Auflieferung zur 4. Südamerikafahrt 1933 http://www.ezeptalk.de/viewtopic.php?f=83&p=440#p426
Nur warum hat man das hier nicht gemacht, was 1933 noch problemlos möglich war?
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Re: Auflieferung bei der Besichtigung des Luftschiffes

Beitragvon Zeppelin » 10. Aug 2009, 15:00

Wann die Karte geschrieben wurde, lässt sich nicht feststellen: Der Absender hat sie jedenfalls nicht datiert. Aber der Text ist interessant: Grüße aus der Zeppelinwerft.....
Die Karte wurde dann in den dortigen Briefkasten geworfen.

Da die Karte nach Euopa adressiert ist, wurde sie erst auf der Rückfahrt der 7. Südamerikafahrt 1934 aufgeliefert, bis nach Friedrichshafen befördert und von dort aus mit normaler Post dem Empfänger zugestellt. Damit hat sie die gesamte 7. Südamerikafahrt 1934 mitgemacht, die als Postsache auf der Hinfahrt und als aufgelieferte Sendung auf der Rückfahrt befördert wurde.
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Re: Auflieferung bei der Besichtigung des Luftschiffes

Beitragvon lebenslauf » 24. Aug 2009, 10:42

Hier noch eine Karte aus meinem Bestand, die mit dem Luftschiff "Hindenburg" befördert wurde.

Diese Karte wurde während der Besichtigung der Zeppelinhalle auf dem Luftschiffhafen Rhein-Main in Frankfurt am Main am Dienstag, den 28.7.1936 geschrieben, portorichtig mit 50 Reichspfennig für eine Zeppelinbeförderung freigemacht und in den Briefkasten der Zeppelinhalle eingeworden.

Das Luftschiff "Hindenburg LZ 129" war am 28.7.1936 auf der Rückfahrt von Rio nach Frankfurt und ist am 29.7.1936 auf dem Luftschiffhafen in Frankfurt/Main gelandet.
Die Karte wurde mit der nächsten Fahrt der "Hindenburg" am 1.8.1936 zur Olympiade-Fahrt nach Berlin mitgenommen und am 1.8.1936 in Berlin mit Fallschirm auf dem Flugfeld Tempelhof abgeworden.

Ankunftsstempel Berlin Zentralflughafen 1.8.36 16.oo Uhr
es wurde der Rohrpoststempel des Zentralflughafen-Postamtes abgeschlagen.
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Re: Auflieferung bei der Besichtigung des Luftschiffes

Beitragvon Zeppelin » 31. Aug 2009, 13:13

Vorläufer Amerikafahrt 1929?
Die Karte wurde am 25. Juli 1929 in der Zeppelin-Halle Friedrichshafen geschrieben (...writing in the hangar of the Zeppelin.....), auch befindet sich der Besichtigungs-Stempel auf der Karte. An diesem 25. Juli 1929 befand sich das Luftschiff in deer Halle, es fand keine Fahrt statt. Anschließed wurde die Karte auf der durchgeführten Amerikafahrt 1929 von Friedrichshafen nach Lakehurst befördert.

Ob dies ein Vorläufer der Besichtigungs-Bordpost ist? Zumindest hatten die Besucher der Luftschiffhalle die Gelegenheit, Post zu schreiben, die dann später mit dem Luftschiff befördert wurde. Also doch eigentlich ja, oder?
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Re: Auflieferung bei der Besichtigung des Luftschiffes

Beitragvon Steffen » 1. Sep 2009, 08:33

Zeppelin hat geschrieben:Ob dies ein Vorläufer der Besichtigungs-Bordpost ist? Zumindest hatten die Besucher der Luftschiffhalle die Gelegenheit, Post zu schreiben, die dann später mit dem Luftschiff befördert wurde. Also doch eigentlich ja, oder?


Meiner Meinung nach auch ja. Die Frage ist allerdings, wo anfangen und wo Aufhören? Vielleicht sollte da die Beförderung mit der "nächstmöglichen" Fahrt zu Grunde gelegt werden.
Als Begründung möchte ich da mal ein etwas extremes Beispiel anführen.
Die abgebildete Karte konnte bereits ab ca. 1910 bei der Besichtigung eines Start-, bzw. Landeplatzes,oder Luftschiffes, wie damals z.B. ab der "Deutschland" gekauft werden. Befördert wurde die Karte später mit der "Sachsen" am 24.6.1913, auf einer der 4 Rundfahrten über Leipzig an diesem Tag. Auch ein "Vorläufer"?
Ich meine nein!!
Meiner Meinung nach viel zu viel Zeit zwischen Kauf und Beförderung.
Deshalb wäre ich für die Beförderung mit der nächstmöglichen Fahrt als Grundlage!
Steffen
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Re: Auflieferung bei der Besichtigung des Luftschiffes

Beitragvon Polarfahrtsucher » 9. Jun 2014, 14:55

Hallo Zeppelinfreunde,

beim stöbern hier im Forum bin ich auf diesen Thread gestossen, der leider nun schon viel zu lange keine Beachtung mehr fand.
Passend zum Thema "Besichtigungspost" kann ich folgende Postkarte der 1. Südamerikafahrt 1931 zeigen.
Bordpost vom 30.8.1931 nach Rio de Janeiro Sieger 124 Cb.
Die Karte wurde auf einer "Reise Lindau-Konstanz" am 12.8.1931 bei einer Besichtigung der Graf Zeppelin (siehe Erinnerungsstempel) in der Zeppelinwerft aufgegeben und scheinbar nach Wunsch zur 1. Südamerikafahrt 1931 als Bordpost befördert.
Die Karte ist portorichtig mit der 2RM Sondermarke zur Polarfahrt frankiert.
Findet ihr noch weitere "Besichtigungspost" in euren Sammlungen?

Viele Grüße
Klaus
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