Fälschung 3. SAF 1933

Fälschung 3. SAF 1933

Beitragvon Josef » 22. Feb 2016, 14:52

Der nachfolgende Beleg wurde bei der aktuellen Auktion der Fa. Schulz angeboten.
Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass es sich hier um einen besonderen Beleg, ja sogar um eine Rarität handeln könnte. Doch dann kommen sofort Zweifel.
Zeppelinmarken von 1931 auf einem Beleg der 3. SAF 1933?
Das kann nicht sein. Es gibt zwar Belege mit der Nachverwendung dieser Zeppelinmarken, aber nicht zwei Jahre später. Aber es sind nicht nur die Zeppelinmarken die auf eine Verfälschung hinweisen, sondern auch die Tagesstempel auf diesem Beleg.
Die Flugpostmarken sind alle mit den Tagesstempel vom Triesenberg 27.VI.33 abgestempelt. Die beiden Zeppelinmarken zwar auch, aber sind das die gleichen Stempel?
Eindeutig nein!
Mir liegt zwar nur die Bilddatei des Auktionshauses vor, aber selbst hier kann man die Unterschiede deutlich erkennen. Die Breite der Stempelbrücke, das Schriftbild und die Schriftlänge lassen nur einen Schluss zu. Die Stempel sind falsch!
Da es sich um einen Einschreibe-Beleg handelt, hätte bei der Auflieferung der Schalterbeamte feststellen müsen, dass die beiden Zeppelinmarken nicht mehr gültig waren. Sie waren ja auch gar nicht erforderlich gewesen. Das Porto für diesen Beleg betrug 0,30 Fr. für den Brief, 0,30 Fr. für das Einschreiben und 1,70 Fr. für den Luftpostzuschlag. Zusammen 2,30 Fr. Die gültige Gesamtfrankatur betrug 2,40 Fr., also ausreichend.
Wollte der „Auflieferer“ einen besonderen Beleg herstellen? Gut möglich. Deshalb sind auch die Stempel auf den Zeppelinmarken nachträglich angebracht worden. Ob als Falschstempel oder Kopie kann so nicht festgestellt werden. Man wollte den Anschein erwecken, dass die Marken schon bei der Auflieferung abgestempelt worden sind.
Auf meinen Hinweis hat der Auktionator das Los sofort zurückgezogen.
Mal sehen, wo der Beleg wieder auftaucht.
Dateianhänge
2016-02-16_Schulz_3.SAF_33_640x480.jpg
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Re: Fälschung 3. SAF 1933

Beitragvon Steffen » 25. Feb 2016, 20:15

Hallo Josef!

Gute Augen!
Ich habe bei dem Beleg auch etwas ungläubig geschaut, aber keinen Unterschied in den Stempeln sehen können.
Jetzt wo Sie das sagen und ich mit der Lupe an das Bild bin, kann ich auch den Unterschied erkennen.
Richtig auffällig ist der Abstand der geraden Linie im Balken des Stempels oben zwischen den beiden "R" von Triesenberg!
Beim echten Stempel von Außenkante "R" zu Außenkante "R".
Beim falschen Stempel wesentlich kürzer und ca. mittig "R".

Super, Danke!!

Grüße!

Steffen
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Re: Fälschung 3. SAF 1933

Beitragvon Josef » 26. Feb 2016, 17:49

Hallo,

Danke für die Nachricht.
Vielleicht auch mal einen kleinen Blick auf die Jahreszahlen werfen ;)
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Re: Fälschung 3. SAF 1933

Beitragvon Steffen » 27. Feb 2016, 17:24

Die kamen mir bei der 1Fr. etwas gequetscht und kleiner und bei der 2Fr. etwas verschoben vor.
Wie das aber eben mit Kopien so ist, dachte ich mir es könne verschiedene Gründe haben.
Die Länge des Balkens allerdings sollte selbst auf einer Kopie gleich sein und da habe ich mich doch gefragt wie ich das übersehen konnte.
Hatte den ja beim Eintragen (mein Archiv) extra etwas länger angeschaut. Dazu den Vermerk „Nachverwendung“ gemacht.
Damit kann es auch kein nachträglich rückdatierter Stempel (Gefälligkeit) sein, sondern so wie Sie es beschrieben haben ist das eindeutig ein nachträglich
angebrachter Falschstempel.
Die Zeppelin Marken waren bei der Beförderung schon auf dem Brief. Das sieht man an der Aufteilung, der Postbeamte hat die aber nicht mit abgestempelt.
Eigentlich schade! Wäre ein tolles Stück, trotz der Überfrankatur. ;)

Grüße!

Steffen
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