Michel 424 mit Punkt in Reichsmark

Michel 424 mit Punkt in Reichsmark

Beitragvon Zeppelin » 18. Nov 2010, 14:45

Die 4 RM Zeppelin habe ich kürzlich mit einem markanten Punkt in dem Wort Reichsmark zwischen den Buchstaben R und K gefunden. Ist das eventuell auch ein Plattenfehler oder vielleicht eher nur eine Druckzufälligkeit? Wenn es ein Plattenfehler wäre, dann könnte dieser theoretisch auch auf den 4 RM Ausgaben der Südamerikafahrt (Michel 439), Polarfahrt (Michel 458) und auch der Chicagofahrt (Michel 498) zu finden sein.

Schaut doch mal in Euren Sammlungen nach.... Danke!
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Re: Michel 424 mit Punkt in Reichsmark

Beitragvon Steffen » 19. Nov 2010, 15:20

Hallo Zeppelin!
Bei der 424 habe ich das noch nicht beobachtet. Müsste ich aber auch mal noch die Kopien durchsehen.
Sollte es auf der 438, 458 und 498 zu finden sein, wäre das reiner Zufall.
Diese sogenannten "Aufdruckmarken" sind ja alle für den jeweiligen Anlass (Fahrt) neu gedruckte Marken.
Sind ja keine Aufdrucke auf der Michel 424.
Bei Gelegenheit schaue ich mal noch alle Kopien durch!
Grüße!
STW
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Re: Michel 424 mit Punkt in Reichsmark

Beitragvon Zeppelin » 20. Nov 2010, 09:33

Südamerikafahrt 1930: Original Druckplatten der 423 und 424 wurden umgraviert und die SAF 1930 Marken dann neu gedruckt
Polarfahrt 1931: Noch vorhandene Bögen wurden überdruckt, es wurden keine Marken neu gedruckt
Chicagofahrt 1933: Noch vorhandene Bögen wurden überdruckt, es wurden keine Marken neu gedruckt

Betreffend dem Punkt zwischen R un K:
Wenn es tatsächlich ein Plattenfehler auf der 424 gewesen war, dann müsste er ja auch zumindest auf den Marken der Südamerikafahrt-Ausgabe wieder zu finden sein (es sei denn, man hat ihn vor dem Druck der SAF Marken korrigiert). Und falls es sich bei dem Punkt tatsächlich um einen Plattenfehler handeln sollte, dann könnte er ja als Teilauflage auch auf den später überdruckten Polarfahrt und Chicagofahrt Marken wieder zu finden sein.
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Re: Michel 424 mit Punkt in Reichsmark

Beitragvon Steffen » 20. Nov 2010, 19:57

Bei Polarfahrt und Chicagofahrt ist mir das neu. Wusste ich nicht.
Die Wiederverwendung der Druckplatten der 423 + 24 bei SAF 30 ist okay.
Es dürfte da aber der Punkt höchstens rein zufällig "übernommen" worden sein.
So wie das ausschaut, wird es sich um ein Schmutzpartikel gehandelt haben.
Bei der Wiederverwendung werden die Platten ja nicht nur gereinigt, sondern
auch kontrolliert und mit neuer Druckfarbe bestrichen. Müsste da also weg sein.
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Re: Michel 424 mit Punkt in Reichsmark

Beitragvon Steffen » 21. Nov 2010, 19:30

Hallo Zeppelin!
Zeppelin hat geschrieben:Südamerikafahrt 1930: Original Druckplatten der 423 und 424 wurden umgraviert und die SAF 1930 Marken dann neu gedruckt

Woher haben Sie diese Informationen?? Katalog?? Da steht es ja so ähnlich (ist aber falsch) drinnen.

Hier mal meine Informationen:

Südamerikafahrt 1930: Original Druckplatten der 423 und 424 wurden NICHT UMGRAVIERT. Es wurden die Originalplatten verwendet und neu Marken gedruckt.
Der Aufdruck erfolgte in einem zweiten Druckgang.

Zeppelin hat geschrieben:Polarfahrt 1931: Noch vorhandene Bögen wurden überdruckt, es wurden keine Marken neu gedruckt


Polarfahrt 1931: Mi.Nr. 457 und 458 wurden ebenfalls die Originalplatten (423 + 424) verwendet und neu Marken gedruckt.
Der Aufdruck erfolgte wiederum in einem zweiten Druckgang. Bei der 456 ist es unklar, ob die Platte der 455 verwendet wurde.

Zeppelin hat geschrieben:Chicagofahrt 1933: Noch vorhandene Bögen wurden überdruckt, es wurden keine Marken neu gedruckt


Chicagofahrt 1933: Mi.Nr. 496 bis 498 wurden ebenfalls die Originalplatten (423 + 424 + 455) verwendet und neu Marken gedruckt.
Der Aufdruck erfolgte wiederum in einem zweiten Druckgang.

Quellen meiner Informationen:
Ich habe eben extra noch einmal bei Manfred Lösemann angerufen, da ich nicht mehr genau wusste, ob diese Informationen von ihm,
oder Herrn Hagedorn waren.
Manfred Lösemann bestätigte meine Informationen, also meine Angaben zum Neudruck der sogenannten Aufdruckmarken.
Er wusste aber auch nicht mehr genau, ob er, oder Herr Hagedorn mir diese Informationen gegeben hat.
Er weiß aber, dass Herr Hagedorn auch über diese Informationen verfügt. Ich könnte es also auch von Herrn Hagedorn erfahren haben.
Ich selbst weiß das nicht mehr so genau, wer dieser beiden Herren mir diese Information gab, ist ja aber eigentlich auch "Wurscht"!
Wenn ich das nächste Mal mit Dr.Simon telefoniere, kann ich den aber auch gerne noch einmal zu diesem Thema befragen.

Meine Kopien mit der Mi.Nr.424 habe ich durchgeschaut (auch von Bögen) und leider keinen zweiten "Punkt" finden können.
Mit besten Grüßen!
STW
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Re: Michel 424 mit Punkt in Reichsmark

Beitragvon Alfred » 21. Nov 2010, 21:50

Steffen hat geschrieben:Südamerikafahrt 1930: Original Druckplatten der 423 und 424 wurden NICHT UMGRAVIERT. Es wurden die Originalplatten verwendet und neu Marken gedruckt.
Der Aufdruck erfolgte in einem zweiten Druckgang.

Hallo Steffen !

Was die Nummern 438 und 439 anbetrifft, bin ich nicht bei Ihnen: ein zweiter Druckgang würde ja bedeuten, dass es sich tatsächlich um einen Überdruck wie bei den Polarfahrt- und Chicagofahrt-Marken handelte.
Aber schon Berezowski korrigierte in diesem Punkt die Verlautbarungen des Postministeriums, wo von "Aufdrucken" gesprochen wurde (und bezieht dieses Versehen auf den ursprünglich geplanten Zweizeiler-Aufdruck "Luftschiff / Graf Zeppelin").

Zitat Berezowski: "Statt des zuerst geplanten Aufdrucks erschienen jedoch zwei neue Marken mit eingravierter Aufschrift, während die Ausgabe 1928 ebenfalls im Kurs blieb. Mischfrankaturen dieser beiden Ausgaben zur Südamerikafahrt sind nicht häufig. Kleine Abweichungen in der Farbe lassen zwei Druckauflagen vermuten, auch gibt es bei diesen Marken waagerecht und senkrecht stehendes Wasserzeichen, am besten erkenntlich durch die gleichgerichtete waagerechte oder senkrechte Riffelung im Gummi."

Auch wenn das Berezowski-Handbuch nicht immer meine "Bibel" ist - in diesem Punkt bin ich überzeugt, dass er richtig liegt. Dass insbesondere Herr P.H. das anders sieht, glaube ich eigentlich nicht.

Bei den anderen Marken bin ich völlig Ihrer Meinung, wobei es wirklich gleichgültig ist, ob die vorhandenen Bestände an 423, 424 und 455 jeweils ausreichten oder zunächst neue Auflagen dieser Marken gedruckt wurden, bevor im nächsten Arbeitsgang der jeweilige Überdruck folgte. (Der fehlende Bindestrich beim Polarfahrt- und die andere Farbe beim Chicagofart-Überdruck sind ein klarer Hinweis auf den zweiten Druckgang).

Viele Grüße
Alfred
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Re: Michel 424 mit Punkt in Reichsmark

Beitragvon Steffen » 22. Nov 2010, 09:48

Hallo Alfred!
Vielleicht interpretieren Sie da etwas falsch. Denn: -Ob der zweite Druckgang der jeweiligen Schrift "Südamerika,- Polar, oder Chicago" nun als Überdruck,
oder Aufdruck bezeichnet wird bleibt doch jedem selbst überlassen. Und was sollte da wozu "umgraviert" werden?
Wo gibt es Änderungen in der Zeichnung der Marken? Was anders ist, ist eine teilweise Abweichung der Farben. Weil eben neu gedruckt!
Meine (+ Lösemann + Hagedorn) Aussage ist, dass keine "Restbestände aufgearbeitet" wurden.
Erster Druckgang = neue Marken der jeweiligen Wertstufen.
Zweiter Druckgang = Aufdruck, bzw. für Sie eben Überdruck.

- und falls Sie meinen, dass ich mit meiner Personenangabe (Quellenangabe), lüge, rufen Sie einfach da an!
Die von Herrn Hagedorn müssten Sie ja noch haben (alte Kataloge) und die von Manfred Lösemann finden Sie in der "Luftpost".

Vielleicht sollte man auch mal darüber nachdenken, wo die vielen Marken von 423 + 424 bei einer Auflage von 500 000 plötzlich hergekommen sein sollen,
damit die allein noch für die SAF gereicht hätten. Das sollten Sie doch eigentlich am Besten wissen. Von der Polar- und Chicagofahrt mal ganz abgesehen!
Bis 1930 zu "Ihrer Fahrt" sind ja nicht nur "Massen" verbraucht worden, sondern es gibt auch noch "Massen" an ungebrauchten Marken!
Beste Grüße!
STW
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Re: Michel 424 mit Punkt in Reichsmark

Beitragvon Zeppelin » 22. Nov 2010, 13:47

438/439 Südamerikafahrt 1930:
Das Amtsblatt hat am 25. April 1930 irrtümlich von einem Aufdruck der Marken zu 2 und 4 RM gesprochen. Bereits fünf Tage später wurde diese Aussage korrigiert, die Nachrichtenstelle des Reichspostministeriums teilte am 30. April 1930 nämlich mit, dass... "die für die Südamerikafahrt des Luftschiffs "Graf Zeppelin" ausgegebenen Luftpostmarken in einem Druckgang hergestellt sind."
Im Klartext heißt das also, dass die 438/439 keine Aufdruckmarken sind, sondern dass man den Adler sowie die zusätzliche Schrift in den Druckstock eingraviert (oder eingeätzt) hat. Und als Druckstock hat man eben jenen Druckstock verwendet, mit dem man schon 1928 die beiden Zeppelinmarken 423/424 gedruckt hat. Im Klartext heißt das auch, dass der Druckstock damit für eine mögliche weitere Verwendung (insbesondere 1931 und 1933) nicht mehr zur Verfügung stehen konnte.
Angaben zu diesem Markendruck finden sich auch im Michel Briefmarkenkatalog.

456/457/458 Polarfahrt 1931 sowie 496/497/498 Chicagofahrt 1933:
Bei diesen Markenausgaben handelt es sich um eine Aufdruckausgabe, bei denen man die Ursprungsmarken 423, 424 und 455 überdruckt hat. Das Reichspostministerium konnte dabei problemlos auf noch vorhandene Bestände zurückgreifen, denn von der 2 und 4 RM wurden 1928 je 500.000 Exemplare gedruckt, und davon wurden für die Amerikafahrt 1928 noch nicht einmal 10% aufgebracht: Es wurden 1928 nur 37.590 Karten und 28.124 Briefe befördert. Da man die nächsten Zeppelinmarken (Südamerikafahrt 1930) wieder neu gedruckt hat, standen 1931 und 1933 also wirklich noch viele Bögen der 423 und 424 zur Verfügung.
Auch hier gibt es weiterführende Angaben - insbesondere zum Druck von Marke und Aufdruck - im Michel-Briefmarkenkatalog.
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Re: Michel 424 mit Punkt in Reichsmark

Beitragvon Steffen » 22. Nov 2010, 16:54

Das ist doch schon mal eine Quellenangabe. Amtsblatt und Katalog.

Da Manfred, wie Sie wissen leider keinen Internetanschluss hat, drucke ich das einfach einmal so aus und schicke es ihm per Post.
Wird heute schon der zweite Brief nach Viersen. Den Rest (Übereinstimmung finden?) können Sie ja mit Manfred per Telefon
erledigen. Also ich für meinen Teil halte es da konkret lieber mit der Aussage von zwei der besten Aerophilatelisten.
Vielleicht ist das etwas "altmodisch", aber bei so gegenteiligen Aussagen einem Amtsblatt blind vertrauen? Eher nicht.
Und was in den Katalogen steht, da kennen Sie ja meine Meinung zum konkreten Thema.
Schaun mer mal!
Grüße!
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Re: Michel 424 mit Punkt in Reichsmark

Beitragvon Zeppelin » 1. Dez 2010, 14:30

Es lohnt sich doch, einmal die Sammlung nach der Abart oder dem Plattenfehler Punkt zwischen R und K von Reichsmark zu durchsuchen: Hier nun ein zweites Stück aus einem kompletten Bogen, die zweite Marke in der Reihe mit der 28 zeigt den weißen Punkt zwischen R und K von Reichsmark. Das ist übrigens Position 32 im Bogen.
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